WEIßES LICHT,
BLAUER RAUCH.
ICH TRÄUME VOM TOD
UND WIE ER DICH HOLT.










Du sprichst nicht mehr
Wir schreiben auf karierte DINA4 Blätter





DEIN SCHWEIGEN
WIRD MEIN SCHWEIGEN
UND MIT DEM SCHWEIGEN
KOMMEN DIE GEDANKEN
UND DEINE GEDANKEN
WERDEN MEINE GEDANKEN










TRÄUME
DEIN
GESICHT
FÄLLT
HERUNTER










Dein Gehirn wird gescannt






FLACH LIEGST DU DA
IN ZU WEICHEN BETTEN
IN STINKENDEN RÄUMEN







TRÄUME
GEMEINSAM
ERTRINKEN
WIR
LANGSAM
























SPÄTER
WIRD
DEIN
GARTEN
WILD













































Eine Hirnblutung hinterlässt eine halbseitig gelähmte, sprachlose Mutter.



BLUT WIE LAVA besteht aus Fotografien, Illustrationen,
Gedichten, Gehirn-Scans und Cyanotypien. Fotografien
zeigen Ausschnitte des Körpers meiner Mutter: Ihren
Rücken, der leicht schief ist, ihre Hand, die verkrampft.
Ein digital manipuliertes altes Portrait meiner Mutter
illustriert einen Traum, in welchem die rechte Seite ihres
Gesichtes langsam herunterfällt. Gedichte erzählen von
meinen Träumen aus der Zeit unmittelbar nach der
Hirnblutung. Gehirn-Scans zeigen das Gehirn meiner
Mutter: das Blut scheint wie Lava zu fließen und alles zu
zerstören, was im Weg ist. Inspiriert von den Scans
schaffe ich Cyanotypien: Ich lasse verschiedene
Substanzen aufeinander reagieren. Die organische Form
stellt das Gehirn dar. Irgendwann während dieses
Prozesses trage ich Ölfarbe auf, welche den Prozess
unterbricht. Die Ölfarbe ist das Lava, ist das Blut im
Gehirn meiner Mutter. Es zerstört, es dekonstruiert.





BLUT WIE LAVA wurde vom 01.10.2016 - 12.11.2016 in Nürnberg ausgestellt: