ZEITGLEICH UND ZU KEINER ZEIT
2019



Max, im November 2017, nach einem Herzstillstand, nach dem künstlichen Koma, nach dem Einsetzen und Herausnehmen eines Kunstherzes, mit Spenderherz.




ZEITGLEICH UND ZU KEINER ZEIT meint die Ambivalenz künstlicher und natürlicher Zyklen: Das Herz, das in uns schlägt als ein natürlicher Zyklus, das Kunstherz als ein Imitat dessen, der Monaufgang bzw. die Erddrehung als derjenige natürliche Zyklus, der uns Tages- und Nachtzeiten vorgibt. Demnach Ruhezeiten, Wachzeiten. Das künstliche Koma als etwas, das all dies aushebelt.







Max, im Februar 2019
Max versieht das Bild von oben mit Notizen: welche Narbe entstand wann, was war passiert.








Ausstellungsansicht, im März 2019
Gezeigt wird das von Max mit Notizen versehene Bild und ein Gedicht, welches in Max’ Atelier an der Wand geschrieben stand:




Es ist und es ist nicht
und weder noch,
immer und niemals,
zeitgleich und zu keiner Zeit
überall und nirgends.










Print, Gedicht und meine Gedanken zu ZEITGLEICH UND ZU KEINER ZEIT:

Sonnenuntergang, Mondaufgang, Monduntergang, Sonnenaufgang, die unendliche Wiederholung dessen. Die Unendlichkeit des Universums, der winzige Ausschnitt, den wir gesehen haben, den wir verstanden haben, analysiert haben.

Mit Mitte zwanzig bleibt Max’ Herz stehen. Ein Defibrilator holt ihn zurück, künstliches Koma.

Mond und Sonne ergeben Tag und Nacht. Tage werden zu Wochen, Monaten, Jahren. Bestehen aus Stunden, Minuten, Sekunden.

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